Category PENSIONS Blick voraus: Wohin steuert die deutsche Altersvorsorge?

Blick voraus: Wohin steuert die deutsche Altersvorsorge?

uploaded May 4, 2022 Views: 293 Comments: 0 Marked favorite: 2
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Die zweite Plenary Session der Jahrestagung von DAV und DGVFM setzte sich mit den Plänen der neuen Bundesregierung auseinander, die Altersvorsorge in Deutschland zu reformieren. Über die verschiedenen Konzepte sprachen: Susanna Adelhardt (Head of Benefits bei Evonik Industries), Katharina Batz (Vizepräsidentin des Sozialverbands VdK), Pascal Kober (Sozialpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion) und der IVS-Vorstandsvorsitzende Dr. Friedemann Lucius sowie Dorothea Mohn, Leiterin Team Finanzmarkt beim Verbraucherzentrale Bundesverband.

In ihrem Koalitionsvertrag bekennt sich die neue Bundesregierung klar zur engen Verzahnung von umlagefinanzierter gesetzlicher Rente und ergänzender kapitalgedeckter betrieblicher und privater Altersvorsorge, um ein gutes Leben im Alter zu garantieren. Hierfür sollen auf der einen Seite das entenniveau dauerhaft bei 48 Prozent stabilisiert werden, die Beitragssätze in dieser Legislaturperiode nicht über 20 Prozent steigen und das Renteneintrittsalter nicht angehoben werden. Um diese kostenintensiven Versprechen zu finanzieren, planen SPD, Bündnis 90 / Die Grünen und die FDP die Einführung einer teilweisen Kapitaldeckung in der gesetzlichen Rente – wohl aber nicht mehr in diesem Jahr, wie ursprünglich einmal vorgesehen. Auf der anderen Seite legt die Bundesregierung den Fokus ihrer Arbeit auf die betriebliche Altersversorgung. Diese soll neuen Schwung erhalten, indem die bisher restriktiven Anlagevorschriften gelockert werden und dem als Nahles-Rente bekannten Sozialpartnermodell endlich zum Durchbruch verholfen wird. Beides sind seit langem auch Forderungen der Aktuarinnen und Aktuare von DAV und IVS.

Den größten Diskussionsbedarf dürfte es bei den grob skizzierten Ideen für die Reform der dritten Säule, der privaten Altersvorsorge geben. Denn hier planen die Koalitionäre nichts weniger als einen tiefgreifenden Systemwechsel. Ein öffentlich verwalteter Fonds nach schwedischem Vorbild soll die neue tragende Säule der kapitalgedeckten Altersvorsorge werden, auch wenn nicht wenige Experten darin bei potenziell 82 Millionen Anlegern erhebliche systemische Risiken sehen. Nach Jahren des Stillstands in der Diskussion um eine nachhaltige Finanzierung des deutschen Rentensystems liegen nun erste konkrete Ideen auf dem Tisch. Damit ist ein Anfang gemacht, um den Blick voraus zu werden, wohin unsere Alterssorge steuert.

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