Optimierungsansätze im Design der With-Profit Renten

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Optimierungsansätze im Design der With-Profit Renten
Vorgetragen von Julia Eisenberg
Gemeinsame Arbeit mit M. Carmen Boado-Penas, Axel Helmert und Paul Krühner

Die demografische Entwicklung und die anhaltende Niedrigzinsphase führen zu einem tiefgreifenden Wandel in der Lebensversicherungsbranche. In Deutschland wurde der Weg für neue Formen der kollektiven Zusatzrente ohne Garantiezusagen durch In-Kraft-Treten des Betriebsrentenstärkungsgesetzes (BRSG) im Januar 2018 geebnet. Das BRSG sieht vor, dass Arbeitgeber und Gewerkschaften im sogenannten Sozialpartnermodell die bAV tarifvertraglich als reine Beitragszusagen, also ohne garantierte Mindestleistung gestalten dürfen.
In diesem Vortrag präsentieren wir einen Ansatz, der über die Konzepte von Annuity Pools und der fondsgebundenen Rentenprodukte hinaus geht. Die Idee ist, die traditionellen fixen Garantien mit einem dynamischen Verfahren zu ersetzen, welches mittels Glättungsmethoden die Fondsvolatilität in einem vordefinierten Korridor halten soll. Der Verzicht auf traditionelle Garantien ermöglicht riskantere Investitionen und folglich höhere erwartete Renditen für den Versicherungsnehmer und geringere Verbindlichkeiten für den Versicherer.
Das Hauptziel des vorgestellten Designs - der Maximal With-Profit Produkte - ist zweierlei: zum einen, soll das angesparte Gesamtkapital (alternativ die erste Rente oder der Barwert der Rentenzahlungen am Renteneintrittspunkt) maximiert werden, zum anderen sollen die Rentenhöhen über die Zeit unter Berücksichtigung der Ination möglichst gleich bleiben. In diesem Zusammenhang verwendet unser Modell die Korridorglättungsmethoden, kollektive Ausgleichsmechanismen und zusätzliche Pufferkonten. Wenn das betrachtete Produkt die Rentenphase einschlieÿt, wird zum Renteneintritt das angesparte Vermögen (in Form von Aktien) in den neuen Kollektivfonds übertragen und die erste Rente berechnet. Je höher die Ersparnisse einer konkreten Person sind, desto höher wird ihre persönliche Anfangsrente sein.
Das Prozedere in der Ansparphase sieht wie folgt aus. Die Nettoprämien eines Versicherungsnehmers werden in einem vereinbarten Verhältnis zwischen dem individuellen und dem kollektiven Konto aufgeteilt. Stellvertretend für alle Versicherten wird ein Teil ihrer Prämien in einen kollektiven Fonds und der restliche Teil in ihre individuellen Fonds investiert. Das Glättungsverfahren besteht darin, die Fondsanteile (und nicht Geld) vom kollektiven Konto auf die individuellen Konten oder umgekehrt zu schiften, falls die individuelle Konten over - oder underperformen. Somit hilft das kollektive Konto, die Volatilität des individuellen Fonds innerhalb eines Korridors zu halten. Für den Fall, dass das kollektive Konto leer wird, kann ein zusätzliches Pufferkonto eingeführt werden. Das Vermögensmanagement der Versicherungsgesellschaft überwacht die Struktur und die Entwicklung beider Fonds. Um mögliche Missverständnisse zu vermeiden, möchten wir an dieser Stelle betonen, dass die Auswahl des Fonds und die Vermögensverwaltung vollständig in den Händen des Versicherungsunternehmens liegen.
Der Glättungsmechanismus in der Rentenphase besteht aus der Interaktion zwischen zwei Ebenen: dem Kollektivfonds und einem Pufferkonto. Diese Konstruktion ermöglicht es, die Renten zu erhöhen, wenn die zugrundeliegenden Fonds steigen, und verhindert bis zu einem gewissen Grad, dass die Renten gekürzt werden, wenn die Fonds fallen. Für den Extremfall, dass die Finanzmärkte abstürzen, und das Pufferkonto bereits ausgeschöpft ist, müssten die Renten gekürzt werden.
Die Herausforderungen des Maximal With-Profit liegen darin, den Wert der Schlüsselvariablen, z.B. der Korridorbreite, zu wählen und zu kontrollieren.
Insbesondere in der Ansparphase geht es vor allem darum, die Prämien in zwei Fonds aufzuteilen und die Breite des Glättungskorridors oder den Prozentsatz des Defizits festzulegen, welcher die Höhe der Erstattung aus dem Kollektivkonto reguliert. Die zulässigen Werte für diese Parameter sollten zwischen Versicherungsunternehmen, Aufsichtsbehörden und Gewerkschaften ausgehandelt werden. Auch die gewünschte Mindesthöhe des Pufferkontos sollte festgelegt werden. Die Mindesthöhe kann zum Beispiel als der Betrag formuliert werden, der benötigt wird, um einen vollständigen Ruin in 99% der Fälle zu vermeiden.
Der Umverteilungsindex spielt eine wesentliche Rolle bei der Berechnung der Anfangsrente. Folglich ist die Wahl der Methode zur Berechnung eines angemessenen Anteils des Kollektivvermögens unter Berücksichtigung der übrigen Schlüsselvariablen ausschlaggebend für unser Modell.
In der Rentenphase sollten die Grenzen des Glättungskorridors für den Kapitaldeckungsgrad so festgelegt werden, dass die Rentner unter Berücksichtigung der Inflation eine möglichst konstante Rente erhalten.
Alle beschriebenen Probleme könnten mathematisch unter Anwendung der Optimierungsmethoden und unter Berücksichtigung der gewünschten Randbedingungen oder zumindest numerisch gelöst werden.

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