Media Auf dem Prüfstand: Mehr Nachhaltigkeit in der Kranken- und Pflegeversicherung

Auf dem Prüfstand: Mehr Nachhaltigkeit in der Kranken- und Pflegeversicherung

uploaded May 4, 2022 Views: 55 Comments: 0 Marked favorite: 1
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Die erste Plenary Session der Jahrestagung von DAV und DGVFM widmete sich der Frage, wie die Nachhaltigkeit in der Kranken- und Pflegeversicherung verbessert werden kann. Darüber diskutierten die beiden Bundestagsabgeordneten Maria Klein-Schmeink (Bündnis 90 / Die Grünen) und Erwin Rüddel (CDU/CSU) mit dem Vorsitzenden des Bundes der Versicherten Axel Kleinlein und Dr. Frank Wild vom Wissenschaftlichen Institut der PKV sowie DAV-Vorstandsmitglied Wiltrud Pekarek.

Das deutsche Gesundheitssystem ist eines der leistungsstärksten in der Welt. Es garantiert den Menschen hierzulande trotz aller Kritikpunkte eine hervorragende Versorgung – sowohl im Krankheits- als auch im Pflegefall. Dies ist auch das Ergebnis der Dualität aus gesetzlicher und Privater Krankenversicherung - einem international einzigartigen Systemwettbewerb. Im Jahr 2020 flossen rund 425 Mrd. Euro und damit etwa 12,7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes in das Gesundheitssystem. Nur knapp 57 Prozent davon entfielen auf die gesetzlichen Krankenversicherungen, obwohl dort rund 90 Prozent der 82 Millionen in Deutschland lebenden Personen versichert sind. Dies zeigt, welch hohen Anteil die PKV mit ihren rund 9 Millionen Vollversicherten und 27 Millionen Zusatzversicherungen im Gesamtbudget hat. Beide Systeme stehen aber vor enormen Herausforderungen. Auf der einen Seite ist das Umlageverfahren der gesetzlichen Krankenversicherung und sozialen Pflegeversicherung anfällig für konjunkturelle Schwankungen und es ist dem demografischen Wandel ausgeliefert. Auf der anderen Seite ist die Private Kranken- und Pflegeversicherung mit ihrem Kapitaldeckungsverfahren zwar nachhaltig finanziert und resistenter gegenüber demografischen Veränderungen. Es wird aber stark durch die seit Jahren anhaltende Tiefzinssituation belastet. Entsprechend sind Reformen für eine nachhaltige Entwicklung beider Seiten unseres Kranken- und Pflegesystems erforderlich. Im Koalitionsvertrag finden sich hierzu nur wenige konkrete Punkte. Viel wird davon abhängen, wie das Gesundheitsministerium den vorhandenen Gestaltungsspielraum nutzt. Sicher scheint dabei aber bereits heute: Speziell die künftige Ausgestaltung der Pflegeversicherung sollte in Anbetracht der absehbaren Belastungen einen viel breiten Raum als bisher in der öffentlichen Diskussion einnehmen. Vor allen Beteiligten liegt viel Arbeit, um Deutschlands Kranken- und Pflegesystem faktenbasiert generationengerecht zu machen.

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